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Neujahrsgruß 2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein Jahr wie kein anderes ist zu Ende gegangen und viele von uns werden sagen: „das ist auch gut so“. Dabei hat 2020 doch noch so normal begonnen. Vor ziemlich genau einem Jahr durfte ich noch viele von Ihnen zum alljährlichen Neujahrsempfang begrüßen und davon berichten, was im Vorjahr geschafft wurde und was für 2020 geplant ist. Wir haben die Blutspender geehrt und gemeinsam das neue Jahr begrüßt.
Einen Monat später konnte die Gemeinde noch ausgelassen Fasching in der Waldhalle feiern bevor dann das über uns und die gesamte Welt hereinbrach, was alles verändert hat. Ein Virus verbreitete sich rasend schnell über den Globus und hat die Welt im letzten Jahr in die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg gestürzt. Trotz massivster Einschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen gegen das Corona-Virus mussten im vergangenen Jahr knapp 2 Millionen Menschen ihr Leben lassen. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie groß diese Zahl wäre ohne die massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens.
Nichts war 2020 so wie wir es kannten. Keine Feste, keine Vereinsaktivitäten, wochenlanger Lockdown von Betrieben, Schulen und Kindergärten im Frühjahr. Auch in Stimpfach ging im abgelaufenen Jahr lange nichts mehr. So waren auch alle Pläne und Ziele der Gemeinde von heute auf Morgen hinfällig. Leider hat sich das bis heute nicht geändert und aktuell befindet sich Deutschland im 2. Lockdown. An einen Neujahrsempfang ist daher nicht zu denken und so sende ich Ihnen den diesjährigen Neujahrsgruß in schriftlicher Form.

Dabei war einiges geplant. Arbeitsgruppen für die Erarbeitung von Rad- und Wanderwegen oder für die Neugestaltung der Ortsdurchfahrten Stimpfach und Randenweiler, ein Jugendforum oder weitere Gewerbestammtische – alles Dinge, die wir im Leitbild beschlossen und letztes Jahr angehen wollten, konnten nicht stattfinden. Das Jagstwiesenfest musste so wie ALLE anderen Vereinsfeste ersatzlos ausfallen. Abstand war das Gebot der Stunde.

So manches andere Projekt in der Gemeindeverwaltung konnte dagegen schlicht aus Zeitgründen nicht umgesetzt werden. Stattdessen waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus mit der Umsetzung dutzender Coronaverordnungen beschäftigt, die die Einschränkungen der verschiedenen Bereiche des öffentlichen Lebens regelten und sich beinahe wöchentlich – meist übers Wochenende – änderten. Über 2.500 Stunden bzw. rund 1/5 der gesamten Arbeitskraft der Verwaltung mussten für die Pandemiebewältigung eingesetzt werden. Glücklicherweise ist die Verwaltung im September 2019 um eine Hauptamtsleiterin gewachsen. Frau Bögelein hat hier vieles aufgefangen, auch wenn Sie eigentlich für andere Dinge eingestellt wurde. Da ist klar, dass anderes zurück gestellt werden musste.

Dabei haben wir immer versucht, unter Berücksichtigung der aktuellen (Rechts)lage zusammen mit Schule, Kindergärten, Altenpflegeheim, Vereinen oder auch Betrieben das Mögliche möglich zu machen. So war Stimpfach die erste Gemeinde, die im Mai die Wiederöffnung der Kindergärten umgesetzt hat. Denn gerade die ganz alten aber auch die ganz jungen Mitglieder unserer Gemeinde leiden am meisten unter den Beschränkungen durch die Pandemie. Im Gemeinderat oder auch auf der Gemeindehomepage habe ich versucht, immer wieder über die aktuelle Lage in der Gemeinde zu informieren. Ich habe auch immer wieder gemahnt, die AHA-Regeln einzuhalten. Manchmal auch etwas lauter, wenn ich dies für notwendig gehalten habe. Eines haben wir jedoch nicht gemacht: Bußgelder verhängt! Davon halte ich wenig. In einer erwachsenen und gebildeten Gesellschaft sollte die Einhaltung notwendiger Regeln auch ohne solche funktionieren. Und das hat es. Sehr viele von Ihnen verhalten sich in dieser Krise vorbildlich und dafür danke ich Ihnen.

Dass es trotzdem immer wieder zu Infektionen kommen kann (meist am Arbeitsplatz), liegt in der Tücke des Virus. Oft folgen dann zu Hause im Familienkreis Ansteckungen, noch bevor ein positiver Test das Virus bestätigt hat. Und so ist Stimpfach, trotz aller Vorsicht aktuell die am meisten betroffene Gemeinde im Landkreis. Bei über 3% der Bevölkerung wurde eine Corana-Infektion mittlerweile nachgewiesen.
Und dennoch, nicht alles fiel dem Kampf gegen die Pandemie zum Opfer. So konnte mit dem Neubau des Feuerwehrmagazins und des Bauhofes im Spätsommer endlich begonnen werden. Nachdem die Genehmigung der Planungen noch zu einer erheblichen Verzögerung geführt hatte, läuft der Bau selbst nun reibungslos. Noch im Januar sollen – so es die Witterung zu lässt – die Dächer der beiden Bauhofgebäude aufgerichtet werden. Der Rohbau des Feuerwehrgebäudes beginnt ebenfalls nach den Weihnachtsferien. Sofern das Wetter mitmacht, soll der Bau im September/Oktober abgeschlossen werden. Ich hoffe, wir können dies dann gemeinsam feiern.

Im Breitbandausbau hat sich ebenfalls einiges getan. Nachdem sich alle Gemeinden des Landkreises zu einem Zweckverband zusammengeschlossen haben, wurde 2020 die Ausschreibung aller Bauarbeiten zur Erschließung der weißen Flecken der Gemeinde geplant. Offiziell soll es 2021 hier mit Bauarbeiten losgehen. Kurz vor Weihnachten hat die Gemeinde hierfür die letzten Zuschüsse bewilligt bekommen. Aber es wurde auch schon gebaut. So hat sich die Gemeinde an Bauarbeiten der EnBW-ODR zur Erschließung des Streitberges angehängt und entsprechende Leitungen für den weiteren Ausbau bereits bis zur Mühle am Ortseingang von Stimpfach geführt. Die Sixenmühle wurde ebenso mit einer Trasse angefahren wie die Schule und auch einige Betriebe in der Gemeinde. Die Neubaugebiete in Stimpfach und Weipertshofen sind mit Leerrohren versorgt worden sowie ganz Rechenberg und wir hoffen, dass dort endlich der Betreiber die Technik scharf stellt.
Das Neubaugebiet Schlotfeld in Weipertshofen wurde in einem ersten Bauabschnitt erschlossen und auch gleich so gut wie komplett verkauft. Mehrere Bebauungspläne werden derzeit aufgestellt um neues Bau- und Gewerbeland in der Gemeinde auszuweisen, damit auch wir der immer noch hohen Nachfrage nach Bauplätzen gerecht werden können.

Langsamer als gewollt hat die Gemeinde auch ein neues Logo erarbeitet. Denen, die dabei mitgewirkt haben sage ich hier nochmals vielen Dank. In der Folge wurde dieses um ein komplettes Design-Regelwerk ergänzt und nun nach und nach umgesetzt. So erarbeitet die Gemeindeverwaltung gerade eine komplett neue Homepage, die im II. Quartal an den Start gehen soll. Briefbögen, Broschüren oder die Beklebung der kommunalen Fahrzeuge werden folgen.

Ein stärkeres Augenmerk richtet die Gemeinde seit dem abgelaufenen Jahr auch auf innerörtliche Entwicklungsmöglichkeiten. Waren es in der Vergangenheit eher private Baumaßnahmen die zu innerörtlicher Verdichtung geführt haben, so engagiert sich nun auch die Gemeinde in dem einen oder anderen Fall gezielt, um die innerörtliche Entwicklung besser zu steuern.  Im Leitbild wurde dies auch so festgeschrieben.
Die Gemeinde Stimpfach hat eine neue Hauptsatzung! Die wichtigste kommunale Satzung wurde zum ersten Mal seit der Gemeindegebietsreform in den 1970ern überarbeitet. Gemeinde- und Ortschaftsräte haben in insgesamt 7 Sitzungen darüber beraten. Für diese intensive Beratung bedanke ich mich sehr. Die neue Hauptsatzung wird Grundlage für die Überarbeitung vieler weiterer veralteter Satzungen der Gemeinde in den nächsten Jahren sein.

Und schließlich wurde noch ein weiteres eher Verwaltungsinternes Projekt 2020 zum Abschluss gebracht: der erste doppische Haushaltsplan wurde auf den Weg gebracht und die gesamte Buchführung umgestellt. Dieses Mammutprojekt hat der Kämmerei vieles abverlangt. Allerdings bleibt der Kämmerei keine Zeit zum Durchatmen. Weitere Projekte stehen hier schon an.
Damit sind wir dann bei den Finanzen. Das abgelaufene Jahr verlief hier dank der zahlreichen Hilfsprogramme von Bund und Land noch geordnet. Dies wird sich 2021 ändern. Massive Einbrüche sowohl der Steuereinnahmen als auch den Transferleistungen im Finanzausgleich kündigen sich an und werden die Gemeinde schwer treffen. Klar ist, der Krise durch die Pandemie wird eine schwere Finanzkrise folgen. Der Gemeinderat muss sich noch in den anstehenden Beratungen über den Kommunalen Haushalt 2021 intensiv befassen, wie einzelne Projekte finanziert werden können oder eben auch gestrichen werden müssen. Daher werde ich Ihnen zusätzlich zu den oben angedeuteten Maßnahmen, die bereits begonnen und daher fortgeführt werden müssen, heute noch keine weiteren Projekte ankündigen. Ich bitte dafür um Verständnis.

Zwei Wahlen finden in diesem Jahr statt. Die Landtagswahl im März und die Bundestagswahl im September. Und auch Sie finden unter dem Einfluss der Pandemie statt. Daher bitte ich Sie heute nicht nur, zur Wahl zu gehen und Ihr Recht zur Stimmabgabe zu nutzen. Ich bitte Sie auch, nutzen Sie die Möglichkeit zur Briefwahl. Nicht nur für Risikogruppen ist sie die sicherste Variante, Ihre Stimme abzugeben.

Schließen möchte ich mit dem Dank an alle, die sich in dieser Krise engagieren, um sie zu bewältigen. Ich danke den Gemeinde- und Ortschaftsräten, den Lehrern/innen und Erziehern/innen, den Pflegekräften im Altenpflegeheim und den mobilen Diensten, den Verkäufern/innen und Reinigungskräften, den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und allen die ich nicht erwähnt habe. Ich bedanke mich bei Ihnen allen, dass Sie sich immer wieder jeden Tag aufs Neue den aktuellen Herausforderungen stellen und bitte Sie, machen Sie das auch weiter so. Lassen Sie uns diese Pandemie gemeinsam bewältigen indem wir uns besser gegenseitig unterstützen als auf die Fehler der Anderen hinzuweisen. Vergessen wir dabei nicht, keiner von uns – weder in Stimpfach noch in Stuttgart oder Berlin hatte es je in der Geschichte mit einer derart großen Herausforderung zu tun. Helfen wir uns. Gemeinsam aber mit Abstand sind wir 2020 in die Krise gegangen. Gemeinsam aber mit Abstand kommen wir hoffentlich 2021 auch wieder aus ihr heraus, wenn sich genügend Menschen in unserem Land geimpft haben lassen.
Ich wünsche Ihnen allen Kraft und Energie für Ihre ganz eigenen Herausforderungen in dieser Zeit und ein gesundes Neues Jahr verbunden mit der Hoffnung, es bald wieder mit Ihnen gemeinsam feiern zu können.

Ihr
Matthias Strobel
Bürgermeister